Schwänzelstrecke doch keine Richtungsangabe?

Neuerdings wird von einigen auch namhaften Forschern behauptet, dass eine Richtungsangabe nicht oder nur ungenau erfolgt. Sie führen an, dass bei Fütterungsversuchen neue geworbene Bienen erst nach längerer Zeit am Dressurplatz erscheinen oder gar nicht, etliche Sammlerinnen an anderen Stellen beobachtet wurden usw. Wenn man bei Schwänzeltänzen die nachfolgenden Bienen sieht, wie ungenau sie diesen Kontakt zur Tänzerin halten, könnte man auch sehr schnell diesen Eindruck bekommen. Wie können dann aber Kundschafterbienen von Schwärmen z.B. anderen die Lage von Höhlungen in größerer Entfernung mitteilen? Hier ist eine präzise Richtungs- und Entfernungsangabe ziemlich wichtig. Wird nur eine Trachtquelle angezeigt, so ist in der Natur meist eine größere Fläche gemeint, ein genaues Einhalten der Richtung ist also unwichtig. Eine Duftfahne wird schon den geeigneten Hinweis geben. Außerdem zeigt diese beobachtete Ungenauigkeit eigentlich ein weiters sinnvolles Verhalten auf. Eine gleichartige Trachtquelle gibt es bestimmt auch in anderen Himmelsrichtungen zu finden. Dadurch wird letztlich ein größeres Trachtfeld erschlossen. Falls dies in Experimenten doch nicht der Fall ist, weil eben anderswo kein weiteres Futterschälchen aufgebaut wurde, kommt eine solche Sammlerin natürlich arg spät am angebotenen Futternapf an.

 

 

Orientierungsvermögen
nächste Seite