Nosemose / Nosematose

Wird durch 2 Einzeller, der Nosema apis und der Nosema ceranis hervorgerufen, wobei am intensivsten der Darm betroffen wird. Deshalb kann man z.B. im Frühjahr oft gelbe Kotstreifen sowohl auf Rähmchen, Bienenwaben, auf den Wänden der Beuten innerhalb und außerhalb bemerken. 

Befallene flugunfähige Bienen versuchen oft, den Stock zu verlassen so dass eine ständige Abnahme der Individuen das Volk stark schwächen und zum Zusammenbruch führen kann, was gerade im Winter oft geschehen kann.

Auch hier scheinen die Erreger aggressiver zu werden. Ein Einfluss durch Pestizide wird vermutet, erhärtet durch entsprechende Versuche.

Da die äußerlichen Symptome nicht immer den Nachweis für diese Erkrankung darstellen, kann man folgendermaßen eine Diagnose stellen: Man zieht aus dem Hinterleib einer toten Biene den Stachelapparat heraus. Ist der Inhalt des daran hängenden Enddarm weißlich, so handelt es sich sicherlich um Nosemose. Wie man nach Reinigungsflügen z.B. auf weißen Wäschestücken unschwer analysieren kann, ist der Darminhalt gesunder Bienen hellbraun.

Sind bei mir bei einem abgestorbenen Volk verräterische Spuren zu erkennen, schmelze ich grundsätzlich das Wachs und reinige die Rähmchen in kochendem Wasser. Die Holzbeuten erhitze ich mit einem Heißluftfön, bis das Holz sich leicht braun zu verfärben beginnt. Danach arbeite ich mit gleichem Gerät Bienenwachs ein. Es wird so stark erwärmt, dass das Wachs leicht schaumig wird. 

Sind mehrere Waben infiziert, funktioniere ich dagegen 2 Zargen zu einem Dampfwachsschmelzer um und leite 100 Grad C. heißen Wasserdampf hinein. Wenn alles Wachs geschmolzen ist, kann ich sicher sein, dass sowohl die Rähmchen als auch die Zargen und Deckel frei von lebensfähigen Sporen dieses hoch ansteckenden Erregers sind.

Kotspritzer allein sind noch kein endgültiger Beleg für diese Krankheit. Stärkere Völker mit diesen Merkmalen versetze ich weit genug fernab anderer Bienenvölker und beobachte sie genauer. Entwickeln sie sich gut, sind keine hellbraunen Flecken mehr zu sehen und haben sie den nächsten Winter symptomfrei überlebt, kommen sie zurück auf den Heimatstand.

Die erkrankten Völker überleben den kommenden Winter mit Sicherheit nicht.

Galt früher die Nosematose als Bienenkiller Nr.1, wird sie von der Varroose abgelöst. Ich bin mir aber nicht sicher, ob nicht öfter mal ein totes Bienenvolk zu Unrecht der Milbe zugeordnet wurde.

 

Eine Behandlung mit Antibiotika ist bei uns nicht zulässig. An der Entwicklung zuverlässiger Medikamente wird geforscht.

Kalkbrut
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