Unsere alte Betriebsweise

In unserer Hobbyimkerei haben wir bislang etwa 4 Bienenvölker gehalten. Da mich mein Sohn tatkräftig unterstützt, wurde der Bienenbestand auf etwa die doppelte Menge erhöht und die Produktpalette ab Juni 2016 stark erweitert.

Im Juni können durchaus 50.000 Tiere in einer Beute leben. Das bedeutet, dass sich in der Hochsaison bis zu 200.000 Bienen auf einem Areal von ca. 4 qm aufhalten können. Die häufig gestellte Frage, ob es sich dabei nicht um Tierquälerei handelt, kann eindeutig verneint werden. Unsere Bienenhaltung kommt der natürlichen Lebensweise ihrer wild lebenden Artgenossinnen sehr nahe. Alle Beuten sind aus Holz gefertigt, wobei deren Ausmaße an die natürlich vorkommenden Bienenbehausungen angelehnt wurden, entsprechen also den von verwilderten Bienen aufgesuchten Höhlungen und ermöglicht uns, weitgehend naturgemäß zu imkern. Es handelt sich hier um eine Magazinbeute für Rähmchen in der Normgröße Deutsch Normal (DN); jeweils 10 pro Magazin passen hinein. Alle Magazine auf unserem Bienenstand bestehen aus Holz, was das Mikroklima im Innenraum positiv beeinflusst. Die Eckverbindungen der Zargen bestehen aus Zinken, die eine hohe Festigkeit versprechen.

Im Beutenboden befindet sich das 2 cm hohe Flugloch, das über die ganze Breite reicht. Den Boden selbst bildet ein Maschendraht, der fast ganzjährig einen Luftaustausch gewährleistet. Lediglich zur Varroenkontrolle bei den Säurebehandlungen und bei sehr tiefen Außentemperaturen wird eine sogenannte Windel diesen Maschendraht kurzzeitig abdichten.

Auch die Rähmchen werden in Eigenarbeit aus naturbelassenem Holz  gefertigt und mit Mittelwänden aus eigenem unbelastetem Bienenwachs versehen. In den Honigraum gelangen nur saubere und unbebrütete Waben bzw. Naturwabenbauten. Hauptsächlich diese und nur wenig bebrütete Waben werden nach Trachtende aufbewahrt. Die dunklen, also mehrfach bebrüteten Waben werden eingeschmolzen. Ihr Wachs wird für die Produktion von Kerzen zur Verfügung gestellt.

Die der Stabilisierung der Waben dienenden Drähte bestehen aus Edelstahl. Ihre Straffung erfolgt ganz einfach durch eine von mir entwickelte und erprobte Spannvorrichtung.

Die komplett zusammengebauten Rähmchen sind derzeit so preiswert zu erhalten (unter 1,-€), dass sich ein Selbstbau nicht lohnt. Ich mache es trotzdem, da dies mit in einen weiteren Bereich meiner Hobbys fällt und die Qualität der gekauften Rähmchen oft so mangelhaft ist, dass sie nach der ersten Reinigung kaum noch zu gebrauchen sind (Siehe auch unter Rähmchen) und ich sicher sein kann, dass das Holz frei von Chemie ist.

Etwa Ende Mai ist meist so viel Honig produziert worden, dass wir ihn ernten können. Nach Möglichkeit passen wir dazu eine kurze Trachtpause ab, damit der Honig einen möglichst geringen Wassergehalt aufweist. Wir entnehme ihn ausschließlich dem Honigraum, der durch ein Absperrgitter vom Brutraum abgetrennt ist.

Jeweils 2 der schweren Honigräume transportieren wir mit einer Art Schubkarre mit Klemmmechanismus. Diese wird aufgeklappt und über die untere Zarge gesenkt. Beim Anheben der Griffe sind die Zargen fest eingeklemmt und können so leicht transportiert werden. Diese Honigwaben werden in unseren Schleuderraum gefahren und dort in einem Entdeckelungsgeschirr entdeckelt und in einer drei Waben fassenden Schleuder ausgeschleudert.

Danach lassen wir ihn bis zum nächsten Tag im Kübel ruhen, so dass sich die meisten Wachsteilchen an der Oberfläche absetzen können. Nun kann er in einem Zug durch ein feinmaschiges Sieb laufen, ohne dieses zu verstopfen. Wachsteilchen und Schaum gelangen erst ganz zum Schluss ins Sieb. Mit einem Refraktometer überprüfen wir ihn häufig auf seinen Wassergehalt, damit er 18% nicht überschreitet. Bei Einsetzen der Kristallisation beginnen wir, den Honig zu rühren, so dass er streichfähig bleibt. Der Honig wird derzeit fast ausschließlich bei Bekannten und Verwandten umgesetzt, die gerne die geforderten 6,- € pro Glas bezahlen.

 

Zum Winter belassen wir den Bienen genügend Blütenhonig, so dass sie auf der eigenen Ernte die kalte Jahreszeit überleben können. Der Nektareintrag war noch bis in den Oktober (2011) hinein so gut, dass die Honigräume eine ständige Gewichtszunahme verzeichneten (vergleiche mit "Trachtgebiet") und eine Zufütterung nicht nötig war. Nur bei Trachtmangel füttern wir mit Zuckerwasser zu. Fremden Honig nehmen wir auf gar keinen Fall, da die Gefahr dabei viel zu groß ist, die Amerikanische Faulbrut einzuschleppen.

Weitere Krankheiten werden unter diesem Link sehr anschaulich dargestellt.

Im Winter lassen wir die Bienen in Ruhe. Jede Störung schwächt die Bienen und verringert damit aktiv die Überlebensfähigkeit des Volkes. Ab und zu kontrollieren wir den Bienenstand, ob sonst alles in Ordnung ist und nichts die Bienen stört. Erst wenn die Bienen in Brut gehen könnten, überprüfen wir die Wintervorräte. Dazu "heben" wir die Beute an, bis wir den Eindruck haben, dass sie noch schwer genug ist. Hat sie sich tatsächlich ohne große Kraftanstrengung anheben lassen, könnte in ihr zu wenig Futter sein, so dass geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Die Varroa ist so aggressiv, dass sie früher oder später die Bienenvölker zum Absterben bringen würde. Um dies zu verhindern, behandeln wir nach dem Abschleudern die Völker mit organischen Säuren, die auch in Lebensmitteln zu finden sind. Des weiteren halten wir die Varroen während der Trachtzeit durch mehrmalige Drohnenbrutentnahme in Schach.

 

Die Vermehrung bzw. die Bestandserhaltung unserer Völker erreichen wir mit der Ableger- und der Kunstschwarmbildung. Damit diese sich ungestört entwickeln können, verbringen wir sie oft nach Bad Harzburg ins dortige Wildgehege.

 

Auf eine Kennzeichnung unserer Königinnen verzichten wir. Lediglich im Rahmen der Imkerausbildung könnte dies ab und zu dennoch geschehen. Manchmal fliegen dann auch schon einmal zu Königinnen gekürte Drohnen bei uns herum. Bei der allwöchentlichen Durchsicht unserer Völker suchen wir nicht nach der Weisel. Stifte zeigen uns an, dass sie zumindest noch vor drei Tagen aktiv und das Volk somit weiselrichtig war. Müssen wir dennoch einmal die Königin finden ..........(falls Sie weiterlesen möchten, bitte den Link anklicken)...........

In gewinnorientierten Imkereien werden die Königinnen oft schon nach einem Jahr durch eine neue ersetzt. Bei uns können sie drei Jahre in ihren Völkern verbleiben. Danach erhalten sie "Asyl" mit einigen ihrer Töchter in unserem "Heim für Seniorinnen", einem Sammelableger, der dann zu einem überlebensfähigen Volk zusammenwachsen kann. Erstmals wollen wir im Jahr 2014 Ende Juni den Trachtvölkern alle dicht vor dem Schlupf stehende  (verdeckelte) Brut mitsamt den darin befindlichen Varroamilben entnehmen und den "Seniorinnen" zugeben. Da aus diesem Ableger kein Honig geerntet wird, kann er dann sofort mit Ameisensäure behandelt werden. So schwächen wir zwar die einzelnen Völker. Sie verlieren dadurch aber einen Großteil der Varroen, so dass eine Winterbehandlung überflüssig werden könnte. Das wird aber durch Auszählen der abgefallenen Varroen überprüft. 

Wie bei vielen anderen Imkern auch, löst das Bienengift kaum noch Reaktionen bei uns aus, die dann auch innerhalb kürzester Zeit wieder verschwinden. Trotzdem empfinden wir den eigentlichen Stich als unangenehm. Deshalb schützen wir uns meist mit einer Schutzkleidung davor. Bei den dennoch empfangenen Stichen glauben wir, dass dieses Gift bei etlichen körperlichen Leiden gut hilft. Wer sich mit diesem Themenkomplex beschäftigen möchte, findet unter Apitherapie im Internet zahlreiche Abhandlungen.

 

Wie eingangs schon erwähnt, ist diese Imkerei für uns ein Hobby, was trotzdem mit einem nicht zu unterschätzenden körperlichen Einsatz einhergeht. Deshalb haben wir uns bislang darauf beschränkt, nur den Honig und in geringen Mengen Bienenwachs zu verkaufen. Der ab und zu hergestellte Met fand zum Teil so guten Anklang, dass wir wohl auch diesen in etwas größeren Mengen herstellen. Von den anderen Produkten gewinnen wir ab 2016 noch Propolis nicht nur für den eigenen Bedarf, womit auch der engste Familien- und Freundeskreis gemeint ist. Natürlich könnte man an dieser Stelle auch das Bienengift mit seiner anerkannt positiven Wirkung erwähnen, das ich immer wieder einmal injiziert bekomme.

Bienenhaltung
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