Notfütterung

Wurde das Volk nach der letzten Schleuderung mit ca. 15 kg Zucker aufgefüttert, wird es über ausreichend Nahrung verfügen. Eine Notfütterung im Winter ist dagegen immer problematisch. Eine Zufütterung mit Zuckerwasser misslingt garantiert, bevor die Temperaturen nicht deutlich über einen längeren Zeitraum ansteigen. 

Kann man dagegen auf volle Honigwaben zurückgreifen, z.B. indem man sie einem sehr schwergewichtigen Volk entwendet, kann man diese direkt an die letzte Futterwabe in die Nähe der Wintertraube hängen. Dabei aber unbedingt darauf achten, dass kein Futterabriss besteht!

Auch mit sogenannten Futtertaschen kann man Erfolge erzielen. Diese "Kistchen" in Wabengröße, gefüllt mit leicht verdünntem Honig aus der eigenen Ernte (trotzdem besteht dabei Faulbrutgefahr!) oder, besser, eine Zuckerlösung und Schwimmhilfen, werden wie eine Wabe in die Nähe der Wintertraube gehängt.

Ich meine, dass volle Futterwaben das geeignetste Mittel sind. Deshalb probiere ich jetzt ein Hilfsmittel aus, wie man Honig oder eine Zuckerlösung in eine Wabe hinein bekommt.

Da es in diesem Jahr (2015) bis spät in den Herbst hinein recht warm war, brüteten die Völker entsprechend lange, so dass sie ein Großteil ihres Wintervorrats verbraucht haben. Deshalb musste ich bereits jetzt entsprechende Maßnahmen ergreifen. Kohlenhydratlösungen nahmen sie nur unwillig an und zogen es eher vor, trotz Schwimmhilfen gleich in dieser süßen Lösung zu ertrinken. Auch wenn die hohe Zuckerkonzentration verhindert, dass die Leichen verfaulen, ist es dennoch eine ekelhafte Vorstellung, dass dieses Winterfutter doch noch in den Honig durch Umtragen gelangen kann.

Leere Waben in eine Zuckerlösung zu tauchen, bringt nicht(s) viel. Genau so viel ergibt der Versuch, die Luftbläschen aus den Zellen heraus zu klopfen, damit im Gegenzug das Winterfutter hinein gelangt. 

Einstreuen von Kristallzucker

a) Tauchverfahren

Besser hilft es, die einzelnen Zellen der Wabe mit Kristallzucker zu füllen und die Wabe dann vollständig in eine schwächere erwärmte Zuckerlösung (1:1) zu tauchen, um sie dann dort so lange zu belassen, bis keine Luftblasen mehr auftauchen. Dann etwa einen Tag abtropfen lassen, um nicht den Bienenstand in einen klebrigen Sumpf zu verwandeln. Dies nehmen die Bienen gut an, das Futter wird nicht verschmutzt und die Tierchen haben sofort Nahrung.

b) Spritzverfahren

Schneller geht es, wenn man eine Spritzpistole hat. Die Zuckerkonzentration wird so eingestellt (schwächer als zuvor), dass sie als feiner Nebel aus der Düse tritt. Die Umgebung wird allerdings etwas mit einem Zuckerguss überzogen. Also dieses Verfahren nicht im Wohnzimmer anwenden!

Beim Spritzen genügend Abstand halten, damit die Zuckerkristalle nicht heraus gepustet werden.

Es gibt allerdings einen erheblichen Nachteil bei diesen beiden Verfahrensweisen: Der Kristallzucker wird nicht vollständig gelöst und wird zum Teil von den Bienen aus den Zellen heraus befördert. Deshalb muss dieser Vorgang meist wiederholt und die Kristalle müssen beseitigt werden.

Luft durch Vakuum heraussaugen

Als nächstes werde ich versuchen, die leeren Waben innerhalb eines stabilen Behältnisses in eine Zuckerlösung mit hoher Konzentration zu tauchen, um dann mit einer Vakuumpumpe dort einen Unterdruck zu erzeugen. Die Luft dehnt sich dann aus, und muss, je nach Unterdruck, die Zellen verlassen. Wird wieder ein Druckausgleich geschaffen, kann die Zuckerlösung in die Zellen eindringen - so meine Überlegungen -.

Sobald ich mir eine Vakuumpumpe beschaffen konnte, probiere ich es praktisch aus.

Bald geht es weiter

Futterteig

Man kann den Bienen auch Futterteig bieten. Da dies eine pastöse Masse ist, kann sie einfach oben auf die Rähmchen gelegt werden. Nachteil: Die Bienen benötigen Wasser, um diesen Teig aufnehmen zu können. Im Winter können sie dann ggf. nur auf Kondenswasser an der Folie, sofern vorhanden, zurückgreifen.

Manche Deckel aus Styropor haben bereits eine Aussparung, in die der Futterteig hineinpasst. Falls der Deckel aber nicht genug Platz lässt, muss man ggf. eine Erhöhung durch einen Rahmen vornehmen, Dabei muss darauf geachtet werden, dass der Teig gut isoliert über der Wintertraube platziert wird.

Glas mit Honig

An Stelle des Futterteigs kann auch so zähfließender Honig genommen werden, dass er nicht das Glas verlässt. Der darf aber nur aus eigener Ernte genommen werden und nur aus Beständen, in denen keine Hinweise auf die Amerikanische Faulbrut existierten. Damit der Honig warm bleibt bzw. erwärmt werden kann, muss er gut isoliert werden. Man kann z.B. in einen auf die Zarge passenden Styroporblock  ein kreisrundes Loch schneiden, in welches das Glas hineinpasst. Der Block kann natürlich auch aus einzelnen Lagen bestehen.

Behälter mit Zuckerlösung

Die Zuckerlösung wird auf etwas über 40 Grad erwärmt. Der Futterbehälter wird über die Wintertraube gestülpt. Feine Löcher im Deckel ermöglichen nun den Bienen, den erwärmten Futtersaft aufzunehmen. 

Durch die Erwärmung verklammen die Bienen nicht. Damit die Lösung nicht zu stark abkühlt, sollte die Menge auf ca. 1 kg pro Fütterung begrenzt bleiben.

Pollen

Pollenknappheit wird eigentlich nur durch den Imker verursacht. "Pollenbretter" belässt man im Volk, auch wenn sie dunkel erscheinen.

Pollen oder Ersatzstoffe, in einem Kästchen dargeboten, werden kaum von den Bienen angenommen.

Meine Überlegung: Vorher geernteter Pollen oder Ersatzstoffe, in eine honigfeuchte Wabe gestreut, könnten ggf. besser angenommen werden.

Anpassung ans Standmaß
nächste Seite