Drohnenbrütigkeit

Entstehung der Drohnenbrütigkeit

Bei der Bildung von Ablegern passiert es immer wieder einmal, dass keine Königin die "Regentschaft" antreten kann, sei es, dass sie auf ihrem Hochzeitsflug von Räubern erbeutet wurde, dass sie wegen anhaltend schlechten Wetters nicht zur Begattung ausfliegen konnte usw.. Aber auch bei Völkern verschwindet die Königin manchmal. Und wenn jetzt der eifrige Imker zur Schwarmvermeidung immer wieder die Weiselzellen ausbricht, hat das Volk 6 Tage nach dem Tod der Weisel keine Möglichkeit mehr, sich eine neue heranzuziehen. Dann kann es durchaus passieren, dass das Volk nach ca. 4 Wochen einige Arbeiterinnen durch Gabe von Gelee Royale zu "Königinnen" küren, die dann tatsächlich in der Lage sind, Eier zu legen. Leider konnten diese Ersatzköniginnen nie befruchtet werden, so dass fortan auch nur unbefruchtete Eier und somit nur Drohnen entstehen. Da diese Stifte auch in Arbeiterinnenzellen abgelegt werden, entsteht hier die sogenannte Buckelbrut. Das Volk ist also nicht überlebensfähig und verhält sich in den Augen des Imkers merkwürdig. Neue Weiseln werden nicht angenommen und in ein anderes Volk gekehrt, könnten sich die Drohnenmütterchen dort an der Weisel vergreifen.

Die Behandlung eines drohnenbrütigen Volks

 Dieses Volk wird in aller Regel aufgelöst. Dabei darf es nicht einfach mit einem anderen vereinigt werden. In einer Entfernung von 5 - 7 Metern zu anderen Völkern werden die Bienen ins Gras abgekehrt und die Drohnenwaben ausgeschnitten. Die flugfähigen Bienen werden sich in den Nachbarvölkern einbetteln, während die angeblich flugunfähigen Drohnenmütterchen zurück bleiben bzw. von den Wächterbienen abgewiesen werden. 

Es müsste auch noch folgende Möglichkeit geben, die ich aber noch nicht in der Praxis überprüfen konnte:

Die Beute mit dem drohnenbrütigen Volk wird mehrere Meter abseits gestellt. Ein Ableger oder ein (Kunst-)Schwarm kommt an die ursprüngliche Stelle. Die Trachtbienen sammeln Nektar und Pollen und kehren so nach und nach an ihren ursprünglichen Standort zurück und betteln sich dort in das neue Volk ein. Nach einigen Tagen werden die verbliebenen Drohnenmütterchen weitab von anderen Bienenstöcken ins Gras gekehrt und die Waben können nun anderen Völkern gegeben werden.

Neuere Untersuchungen belegen, dass drohnenbrütige Völker dennoch erfolgreich mit einer neuen Königin bestückt werden können. Dabei lässt man sie über ein mit Alkohol (Äthanol) beträufeltes Tuch oder saugfähiges Papier einlaufen. Das soll auch grundsätzlich beim Einweiseln tadellos funktionieren. Manche Imker verfahren grundsätzlich so, wobei die verbrauchte Alkoholmenge recht hoch erscheint. Diese Imker machten nach dieser Behandlung jedoch einen durchaus zufriedenen Eindruck trotz einer gewissen Beeinträchtigung ihres Gleichgewichtssinnes.

Ein drohnenbrütiges Volk erkennt man daran,

1. dass natürlich nur Drohnen aufgezogen werden,

2. dass viele dieser 6 - beinigen Männer auch in Arbeiterinnenzellen heranwachsen,

3. dass oft mehrere Stifte in einer Zelle zu sehen sind. Aber Vorsicht: Ganz junge Königinnen legen manchmal auch mehrere Eier in einer Zelle ab.

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